Wie diese Geschichte zu lesen ist
Wer die Kush-Familie zurückverfolgt, landet schnell in Anekdoten. Stand der Recherche ist der 11.09.2026, Gegenstand sind 16 Cultivare: Afghani, Biker Kush, Blucci OG, Bubba Kush, Hell's Angel OG, Hindu Kush, Josh D F2, Josh D OG, Kush Mints, LA Confidential, Northern Lights, OG Kiss, OG Kush, Smooch, SFV OG und Triangle Kush.
Ausgewertet wurden Fachmedien (Leafly, Cannigma, LA Weekly, Forbes, Leaf Magazines, Cannabis Business Times), Breeder- und Seedbank-Datenbanken (SeedFinder.eu, PhenoDB.eu, DNA Genetics, Karma Genetics, The Cali Connection, Sensi Seeds, Grounded Genetics), Grower-Foren (ICMag, Overgrow.com, THCFarmer, Rollitup, Reddit) sowie direkte oder zitierte Interviews mit Hauptakteuren (Josh Del Rosso, Matt „Bubba“ Berger, Aaron Yarkoni, Seattle Greg, Marty Calabrese). Rund 180 Einzelquellen wurden gesichtet. Quellen, die sich nicht direkt öffnen ließen (HTTP-403/429-Sperren bei einigen Forenbeiträgen), flossen nur als Snippet-Hinweis ein und sind entsprechend gekennzeichnet.
Die Trennlinie ist einfach, aber sie wird durchgehalten:
- Dokumentiert heißt: mehrfach unabhängig bestätigte Aussagen, offizielle Breeder-Angaben oder direkte Interview-Zitate der Hauptakteure, mit Quellenlink.
- Folklore heißt: einzelne, nicht gegenprüfbare Anekdoten, anonymisierte Zeugen oder Marketing-Erzählungen. Kulturell weit verbreitet, aber nicht belegt.
Grundregel für die ganze Familie
Die Zuchtgeschichte der Kush-Familie ist überwiegend mündlich überliefert und beruht auf Klon-Weitergabe über Jahrzehnte der Prohibition. Jede Verzweigung unterhalb der Landrassen-Ebene beruht mindestens teilweise auf mündlicher Überlieferung und ist nicht genetisch verifiziert.
Die Wurzeln: Zwei Landrassen
Afghani und Hindu Kush sind die genetische Basis fast der gesamten Familie. Nahezu jede spätere OG- oder Kush-Linie in dieser Auswahl führt letztlich, dokumentiert oder legendär, auf eine dieser beiden Landrassen zurück. Beide kamen in den 1960er/70er-Jahren über den „Hippie Trail“ in den Westen und wurden ab den 1980ern von Sensi Seeds beziehungsweise The Seed Bank kommerziell stabilisiert.
Afghani
Afghani (auch „Afghani #1“) ist keine gezüchtete Sorte, sondern eine Landrasse aus den Berg- und Hochlandregionen Afghanistans (Hindukusch-Gebirge, Umgebung Mazar-i-Sharif, Kandahar). Lokale Bauern selektierten sie seit Jahrhunderten zur Haschischherstellung.13 Einen individuellen Züchter im engeren Sinn gibt es nicht. Die kommerziell stabilisierte Version „Afghani #1“ pflegt seit den 1980ern Sensi Seeds (Amsterdam, Gründer Ben Dronkers).1 CannaGenie nennt zusätzlich Sacred Seeds/Sam „Skunkman“ Selezny als möglichen frühen kalifornischen Anbieter ab 1980, unabhängig verifiziert ist das nicht.3
SeedFinder.eu führt Afghani als reine Landrasse ohne Kreuzungseltern.5 Für die Landrasse selbst sind keine High-Times-Cannabis-Cup-Siege dokumentiert, nur für Afghani-Hybriden wie Skunk #1.
Die Schmuggler-Erzählung
Die verbreitete Geschichte, westliche Reisende hätten in abgelegenen afghanischen Tälern gezielt die harzreichsten Pflanzen ausgewählt und persönlich in den Westen geschmuggelt, ist plausibel und mehrfach unabhängig wiedergegeben. An konkrete Namen oder Daten ist sie nie gebunden.
Hindu Kush
Ebenfalls eine reine Indica-Landrasse, benannt nach der Hindukusch-Bergkette an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan, traditionell für Charas und Haschisch angebaut.2 Auch hier gibt es keinen individuellen Erfinder. Die stabilisierte Sensi-Seeds-Version wird seit den 1980ern im eigenen Genpool gepflegt, ohne Kreuzung mit anderen benannten Sorten.67
Anekdoten von 1973
Geschichten über einzelne „counterculture grower“, die 1973 erstmals Afghan-Samen erhalten haben sollen, sind unbelegt und namenlos.4 Die genauen Schmuggelrouten von Hindukusch-Genetik in westliche Zuchtprogramme sind nirgends mit Primärbelegen dokumentiert.
Cup-Siege für Hindu Kush selbst wurden nicht gefunden. Abkömmlinge wie Master Kush sollen laut einer Sekundärquelle 1992/1993 Cannabis Cups gewonnen haben. Das wurde nicht unabhängig gegen eine offizielle Ergebnisliste geprüft und bleibt offen.
Die Gründergeneration: Kult-Klone der 1980er und 90er
Northern Lights: zwei Phasen, zwei Namensversionen
Northern Lights entstand nicht als Landrasse, sondern als gezüchtete Sorte im Raum Seattle/Pacific Northwest, Ende der 1970er/frühe 1980er, und wurde ab 1985 in Amsterdam weiterentwickelt. Die Zucht datiert auf ca. 1979 bis 1984.
- US-Phase: Eine detaillierte Recherche auf Overgrow.com stützt sich auf Aussagen eines Mannes namens „Seattle Greg“.8 Er erhielt um 1979 vier Samen einer afghanischen „Purest Indica“ und züchtete daraus die NL-Serie (NL#1 bis 11). NL#5 wurde von einem Mitarbeiter namens „Herbie Nelson“ erzeugt. Ein direktes Forenzitat von Seattle Greg bestätigt das.9 Konkurrierende kommerzielle Quellen (Dark Coast Seed, Katsu Seeds) nennen stattdessen einen anonymen „The Indian“ als Urheber.24 Diese Namensversionen widersprechen sich, stimmen aber im Kernnarrativ überein.
- Niederländische Phase: Neville „Nevil“ Schoenmakers (The Seed Bank, Vorläufer von Sensi Seeds) erhielt 1985 die NL-Genetik, stabilisierte sie und identifizierte NL#5 × Haze als Gewinnerkombination. Nach Nevils Verhaftung 1990 übernahm Ben Dronkers die Firma (später Sensi Seeds).810
Dokumentierte Elternlinien: Afghani- und Thai-/Sativa-Landrassen. Laut Seattle Gregs eigener Aussage war NL#5 = 50 % Afghani × 50 % „hawaiianische“ Sativa, wobei er selbst die Herkunft der Sativa als unsicher bezeichnet, vermutlich eher nordmexikanisch.9
Offene Punkte bei Northern Lights
Uneinigkeit über die Zahl der Phänotypen (8, 9 oder 11). Der „The Indian“-Mythos ist nicht mit Primärzeugen verknüpft. Die Behauptung, 1990 sei eine reine Reproduktion von NL#5 kurz vor Markteinführung gestanden, markiert die Overgrow.com-Recherche selbst ausdrücklich als „unsourced“.8
Cup-Bilanz: gut dokumentiert
Northern Lights und ihre Kreuzungen zählen zu den meistausgezeichneten Sorten der Cannabis-Cup-Geschichte. 1988: 1. Platz „Mostly Indica“ (NL#5 × Skunk #1, später Shiva Skunk). 1989: 1. Platz „Pure Indica Cup“. 1990 gewann The Seed Bank sämtliche Hauptkategorien (NL#5 × Haze 1. Platz „Mostly Sativa“, NL#5 pur 1. Platz „Pure Indica“, NL#5 × Skunk 1. Platz „Mostly Indica“). 1993: 1. Platz „Seed Company“. Weitere Platzierungen 2002, 2003, 2014, 2015 und 2017. Die Bilanz von Sensi Seeds wurde gegen cannabiscupwinners.com geprüft.1112
OG Kush: Konsens im Ort, Streit in den Eltern
Nach übereinstimmender Kernerzählung stammt OG Kush aus Florida, frühe bis mittlere 1990er, und kam ab 1996 nach Los Angeles. Die Herkunft der Florida-Mutterpflanze selbst ist die am stärksten umstrittene Frage der gesamten Familie.
Matt „Bubba“ Berger brachte 1996 Stecklinge aus Florida nach LA. Josh Del Rosso („Josh D“) kultivierte und verbreitete den überlebenden Kush-Steckling unter dem Namen „OG Kush“.1315 Weitere Verbreiter: Brett Feldman („Wonderbrett“), Kevin Jodrey, „Mandelbrot“ (Emerald Triangle, ab ca. 2004/05), Swerve (Cali Connection) und DNA Genetics (Kosher Kush, 2006). Die Florida-Mutterpflanze wird je nach Quelle auf 1990 bis 1993 datiert, der Transport nach LA auf 1996, die Verbreitung in der Bay Area auf 1997 und in Humboldt/Emerald Triangle auf ca. 2004 bis 2005.
OG Kush ist bis heute ein Clone-Only-Strain ohne offizielle Original-Samenlinie.19
Vier konkurrierende Ursprungsversionen
| Version | Kernaussage | Quelle | Verlässlichkeit |
|---|---|---|---|
| A: Josh D/Berger | 1996 ca. 15 Florida-Stecklinge. 5 wurden Bubba Kush, 5 wurden „KY“, 1 überlebender Kush-Steckling wurde OG Kush. | Direktinterviews mit beiden Hauptakteuren 1315 | Hoch für den LA-Teil ab 1996. Florida-Vorgeschichte offen. |
| B: „Emerald Triangle × Hindu Kush“ | Um 1990 in Pompano Beach/Florida bestäubte eine Hindu-Kush-Testpflanze (aus Nevils Katalog) versehentlich eine „Emerald Triangle“-Ernte. | Anonymer Zeuge „OTK“ 16. Deckt sich mit SeedFinder.eu 19. | Mittel |
| C: „Ocean Grown“ / Chemdawg × (Lemon Thai × Old World Paki Kush) | 1993 Sierra-Nevada-Chemdawg-Cut, gekreuzt mit Lemon Thai × Paki Kush in Sunset Beach. Erklärt „OG“ als „Ocean Grown“. | Cannigma, auch Leafly und DNA Genetics 171418 | Niedrig bis mittel. Widerspricht Josh Ds eigener Namensdeutung. |
| D: Matt Bergers eigene Aussage | Northern Lights × Kush = Ur-„Bubba“. Dieser gekreuzt mit „Krippy“/„Supernaut“ ergab die spätere OG-Kush-Genetik. | Zitiertes Interview über Cannigma 17 | Mittel (Primäraussage, aber nur indirekt zugänglich) |
Was Konsens ist und was nicht
Konsens: Florida-Herkunft sowie der Transport durch Berger und Del Rosso 1996 nach LA. Kein Konsens: die exakten Florida-Elternlinien und die Bedeutung des Kürzels „OG“. Josh D bestreitet ausdrücklich „Ocean Grown“ und erklärt es als „das Original/Authentische“.
Der reine Original-Cut hat keine dokumentierten Cup-Siege, er wurde nie als Seedbank-Sorte eingereicht. Der direkte Abkömmling Kosher Kush (DNA Genetics)20 gewann 2010 und 2011 „Best Indica“ sowie 2011 „Best Strain“ beim High Times Cannabis Cup, laut Leafly zusätzlich 2015 erneut „Best Indica“. Bezüglich 2012 gibt es eine kleine Diskrepanz, die als offen markiert bleibt.1418
Bubba Kush: Der Unfall mit zwei Müttern
Der Mutterpflanzen-Fund liegt in New Orleans/Gainesville, Florida (frühe 1990er). Die eigentliche Kreuzung geschah 1996/97 in Silver Lake, Los Angeles. Züchter ist Matt „Bubba“ Berger, der sich selbst als einen der „6 original godfathers of the OG Kush“ bezeichnet.2123 Bubba Kush ist Clone-Only ohne offizielle Erstveröffentlichung. „Pre-'98 Bubba Kush“ bezeichnet den Cut vor kommerziellen Kopien.
Laut Bergers eigenem Interview (2026, Cannigma) stammte die Mutterpflanze aus Northern-Lights-Samen („Fat Larry“, Tulane University), die versehentlich von einer unbenannten Kush-Pflanze aus einer Tüte „Supernaut“-Gras bestäubt wurden.21 Leafly formuliert das als „Northern Lights (Bubba's select pheno) × OG Kush (accidental pollination)“. Berger betont dabei selbst, die Kush-Seite habe zum Zeitpunkt der Kreuzung noch gar nicht „OG Kush“ geheißen.22 Chronologie (1993 oder „early nineties“ für den Samenerwerb, 1996 oder 1997 für den Bestäubungsunfall) variiert leicht zwischen den Quellen.
Alternative Theorien
OG Kush × Bubblegum sowie oft genannte phänotypische Ähnlichkeiten zu Master Kush, Blue Cheese, Skywalker OG und White Widow sind ausdrücklich unbewiesene Vergleiche, keine Abstammungsbelege.
Cup-Erfolge gibt es, allerdings für verschiedene Phänotypen unterschiedlicher Anbieter, nicht alle auf denselben Cut zurückführbar: 2008 High Times Cannabis Cup Indica-Eintrag (Green House Seeds), 2010 3. Platz Indica Cup NorCal, 2010 1. Platz Treating Yourself Medical Cup, 2012 High Times Medical Cannabis Cup Denver 2. Platz CBD Award (Pre-'98 Bubba Kush, The Clinic), 2013 3. Platz IC 420 Growers Cup, 2015 3. Platz People's Choice, US Cannabis Cup Denver.
Triangle Kush: Floridas Dreieck, Kaliforniens Streit
Der Name bezieht sich auf das Anbau-Dreieck Jacksonville–Miami–Tampa. Marty „TK“ Calabrese (heute „Origins TK“/„Origins TK Selects“) wird in mehreren Quellen als Beteiligter an der Entstehung genannt. Triangle Kush ist Clone-Only. Jungle Boys arbeitet heute mit dem Cut und Backcross-Linien.33 Hindu-Kush-Samen kamen 1989 aus Amsterdam (Nevil-Schoenmakers-Seed-Bank) in die USA, die versehentliche Bestäubung folgte 1991.
Elternlinien: drei unabhängige Quellen
Emerald Triangle (unbekannter Florida-Ursprung) × Hindu Kush (Import aus Amsterdam). Eine Hindu-Kush-Pflanze wurde hermaphroditisch und bestäubte eine im selben Growraum stehende Emerald-Triangle-Mutterpflanze.333435
Die dünne Stelle: Emerald Triangle selbst
SeedFinder.eu schreibt selbst, dass „Emerald Triangle“ eine Sorte mit unbekanntem Ursprung ist, deren Entstehung nur „laut Cannabis-Folklore“ in Florida verortet wird. Die Elternlinie ist also schon bei der Mutter unbestätigt. Auch der genaue Ort (Boca Raton Growhouse vs. Zentralflorida-Anlage des „Governor“ vs. verkaufte Bagseed-Tüte an „Craig“) variiert je nach Quelle.33
Aus demselben Samenwurf: Triangle Kush und OG Kush?
Mehrere Quellen (originstk.com, Greenpoint Seeds, ein YouTube-Interview) behaupten, aus demselben „magischen“ Samenwurf seien sowohl Triangle Kush als auch OG Kush entstanden.3536 Das widerspricht direkt der Berger/Del-Rosso-Version von OG Kush (Version A) und ist genetisch nicht verifiziert. Grower-Foren (ICMag, „The real TRIANGLE KUSH“) diskutieren offen, dass es keine verlässliche Methode gibt, einen „echten“ Triangle-Kush-Cut von Imitaten zu unterscheiden.37
Cup-Erfolge: 2013 IC 420 Growers Cup, 1. Platz Indica (Clone Only Strains). THC Design bewirbt sich selbst mit „2x High Times Cannabis Cup Winner“ und mehreren weiteren Preisen. Diese Eigenwerbung hängt ohne verlinkte Primärquelle in der Luft und gilt als niedrig bis mittel verlässlich.
Hell's Angel OG: Ein Klon ohne Autor
Klon-only-Kult-Phänotyp aus dem südkalifornischen Untergrund (Orange County/LA-Umland), keine formal gezüchtete Seedbank-Sorte. SeedFinder.eu führt ihn ausdrücklich als „Unknown or Legendary“.38 Karma Genetics erhielt seinen Klon 2009 aus Orange County und nutzte ihn für eigene Rückkreuzungen. Das Klon-Ursprungsdatum wird von Community-Quellen auf die späten 1990er/frühen 2000er datiert (niedrige Verlässlichkeit). Belastbar ist nur der Erwerb durch Karma Genetics 2009.
Elternlinien nur als Vermutung
SeedFinder.eu nennt als Vermutung („probably“): OG Kush × Blackberry, konsistent mit AskGrowers und mehreren Genealogie-Bäumen abgeleiteter Kreuzungen.38
Die Hells-Angels-Legende
Die namensgebende Legende, der Klon stamme aus einer Grow-Operation der Hells-Angels-Motorradgang, relativieren die Quellen selbst („Hells Angels are known for making speed and not weed so this story may not be true“, 420dotcom.com).41 Eine zweite Legende, ein Grower habe den Klon als Wiedergutmachung an die Hells Angels abgetreten, ist ebenfalls unbelegt.
Cup-Siege unter diesem Namen: keine dokumentiert. Dokumentiert ist stattdessen eine markenrechtliche Auseinandersetzung: 2014 sandte die Hells Angels Motorcycle Corporation einem Dispensary in San Diego ein Unterlassungsschreiben wegen der Namensnutzung, woraufhin die Bezeichnung vielerorts zu „Hell's OG“ wechselte.42
Kalifornische OG-Selektionen der 2000er
LA Confidential
Die Sorte stammt aus Kalifornien (Los Angeles), fertig stabilisiert wurde sie von DNA Genetics in Amsterdam, nachdem die Gründer 2003 von LA dorthin zogen. Der Cross ist laut Aaron „Yarkoni“ Yarkoni selbst, in einem Interview von 2015, persönlich entstanden.25 Entstanden Anfang der 2000er, erste Cup-Platzierung 2004.
Der am besten dokumentierte Fall der Recherche
Elternlinien konsistent über mehrere unabhängige Quellen: OG LA Affie × Afghani (95 % Indica/5 % Sativa).2627 Nicht dokumentiert bleibt die Herkunft des „OG LA Affie“-Mutterklons selbst: wer ihn fand und wo genau, ist mit keinem Namen oder Datum belegt.
Cup-Bilanz: 2004 3. Platz Indica Cup, 2005 2. Platz Indica Cup, 2005 1. Platz IC420 Breederscup, 2006 High Times „Strain of the Year“, 2007 1. Platz Kush Cup Las Vegas, 2008 1. Platz Indica, 2009 2. Platz Bio Highlife Cup (cannabiscupwinners.com). Cannapedia gibt leicht vereinfachte oder abweichende Jahresangaben, die granularere cannabiscupwinners.com-Liste gilt als verlässlicher.28
SFV OG (San Fernando Valley OG)
San Fernando Valley, Los Angeles. Züchter ist Edward „Swerve“ Clarizio, Gründer von The Cali Connection (2008). Wichtig: SFV OG (reine Klon-Selektion) und SFV OG Kush (die mit Afghani gekreuzte Samenversion) sind zwei unterschiedliche, oft verwechselte Produkte.31 Der Klon zirkulierte schon Anfang/Mitte der 2000er, SFV OG Kush erschien 2008 als Samenprodukt. The Cali Connection beschreibt SFV OG Kush selbst als „San Fernando Valley OG × Afghani, worked to IBL“.30 Der reine SFV-OG-Klon gilt als OG-Kush-Phänotyp ohne dokumentierte Elternkreuzung.
Tahoe, Orange County, San Fernando Valley
Laut Breeder-Werbetext stammt der Ur-Klon „originally from Tahoe“ und gelangte über Orange County ins San Fernando Valley. Diese Herkunftserzählung ist unbelegte Marketing-Prosa ohne Namen und Datum. ICMag-Foren diskutieren kontrovers und ungeklärt, wie SFV OG, Tahoe OG und Larry OG verwandt sind („Tahoe is the potency, SFV is the Sat dom, Larry is well… Larry“).29
Cup-Erfolge, direkt über die offizielle Awards-Seite bestätigt: 2012 High Times Cannabis Cup Amsterdam, 3. Platz Best Indica (SFV OG Kush) und 2012 High Times Medical Cup Denver, 1. Platz (SFV OG, Pink House).32
Karma Genetics und der OG-Backcross
Biker Kush
Eine niederländische Zucht-Kreuzung von Karma Genetics, basierend auf einem HA-OG-Klon, den der Breeder 2009 aus Orange County erhielt. Das Zuchtprotokoll ist vollständig auf SeedFinder.eu dokumentiert.3940 V1.0 erschien vor 2013, V2.0 mit Release-Jahr 2013 (Zeitraum ca. 2011 bis 2013).
Dokumentierte Elternlinien: HA-OG × (HA-OG × SFV OG Kush BX2) für V1.0, für V2.0 eine zweite Rückkreuzung: HA-OG × (HA-OG × (HA-OG × SFV OG Kush BX2)). SFV OG Kush BX2 stammt laut Karma Genetics aus einer frühen Cali-Connection-Veröffentlichung. Diese Formel wird konsistent von mehreren Seedbanks reproduziert (Breeders Collective, Cannapot, PureSativa).39
Eine Einzelmeinung
Ein Forenkommentar auf 420dotcom.com äußert die persönliche Meinung, Biker Kush sei letztlich nur eine Umbenennung einer fast reinen HA-OG-Linie. Das ist eine unbelegte Forenmeinung, keine Tatsache.41
Cup-Erfolg: 1. Platz Rosin Ganja Time Cup, Spanien, 2015, übereinstimmend auf mehreren Seedbank-Produktseiten dokumentiert.
Josh D OG (Karma-Genetics-Version)
Hier liegt eine erhebliche Verwechslungsgefahr. Es existieren zwei unterschiedliche, gleichnamige „Josh D OG“-Produkte:
- Karma Genetics' feminisierte „Josh D OG“-Samen. Laut eigener Produktbeschreibung eine Kreuzung aus Triangle Kush × San Fernando Valley OG × Hells Angels OG.46 Also eine Hommage-Kreuzung dreier bereits etablierter OG-Kult-Klone, nicht der originale Florida-Cut.
- „Josh D OG“ von Josh D Seeds (Josh Del Rossos eigene Marke). Laut PhenoDB.eu mit der Abstammung SFV OG × Triangle Kush × Hells Angels OG × The White angegeben. Eine sehr ähnliche, aber nicht identische Formel (zusätzlich „The White“).47
Beide Versionen stimmen darin überein, dass „Josh D OG“ als Samenprodukt eine Kombination aus Triangle Kush, SFV OG und Hell's Angel OG ist. Sie sind nicht identisch mit dem unbenannten, originalen 1996er-Florida-Klon, den Josh Del Rosso persönlich als Mutterpflanze kultiviert. Keine der Quellen stellt diese Unterscheidung ausdrücklich klar. Die Karma-Version entstand vermutlich Mitte der 2010er im Rahmen von Karma Genetics' HA-OG-/SFV-OG-Backcross-Programm, das Jahr ist nicht exakt datiert. Cup-Siege unter diesem Namen wurden nicht gefunden.
Josh Ds eigenes Wiederbelebungsprogramm (2020er)
Im ursprünglichen, historischen Sinn ist „Josh D OG“ schlicht die Bezeichnung für den OG-Kush-Cut, den Josh Del Rosso seit 1996 persönlich kultiviert. Keine Kreuzung, sondern der überlieferte Original-Klon. Josh D betreibt heute Josh D Farms (Santa Barbara) und Josh D Kustom Shop/Josh D Seeds, über die er sowohl den Original-Cut („OGKS“) als auch neue Zuchtprojekte vermarktet.4350
Josh D F2
F2-Generation (zweite Filialgeneration aus Inzucht/Selbstung) der Josh-D-OG-Linie. Der Züchter ist nicht Josh D selbst, sondern das Berliner Seed-Projekt „OGs Are Not Dead“ (OAND), laut PhenoDB.eu 2026 gegründet, mit Erstveröffentlichung auf der Messe „Mary Jane 2026“ in Berlin.4547 Die Beziehung zwischen OAND und Josh D selbst (offizielle Kooperation oder unabhängige Nutzung) ist nicht dokumentiert. Auf Josh Ds eigener Website wird OAND nicht erwähnt.
Dokumentierte Elternlinien: Josh D OG × Josh D OG (Inzucht zweier Josh-D-OG-Phänotypen), laut Breeder-Beschreibung zur „Bewahrung“ der Genetik-Vielfalt, nicht als neue Kreuzung. Erscheinungsjahr frühestens 2026, zum Recherchezeitpunkt eine brandneue Veröffentlichung. Cup-Erfolge: keine dokumentiert.
Ist es das 1996er-Original?
Ob die für die F2 verwendeten Josh-D-OG-Mutterpflanzen tatsächlich mit dem historischen 1996er-Original identisch sind, beruht ausschließlich auf Markenname und Marketingaussage („Preservation genetics… The purest form. IBL from the legendary Josh D line“) und ist nicht unabhängig verifizierbar.
The Smooch
Die Ausgangs-Hypothese hielt nicht
Die Annahme, Smooch sei eine Kreuzung aus Mendo Breath × Kush Mints durch Seed Junky Genetics, konnte in keiner Quelle bestätigt werden. Trotz gezielter Suche über Leafly, AllBud, SeedFinder.eu, Weedmaps, Reddit und Fachmedien fand sich kein einziger Beleg für diese Kombination.
Dokumentiert ist: „The Smooch“ ist der zentrale männliche Zuchtstamm im aktuellen OG-Kush-Wiederbelebungsprogramm von Josh D. Laut Fachartikel in Leaf Magazines/Leaf Nation (August 2025) entstand er aus dem Pollen eines Josh-D-OG-Männchens (selektiert von Firekeeper Farms und Strait A Genetics), mit dem Josh D seine eigenen OG-Kush-Weibchen bestäubte.44 Die offizielle Josh-D-Website bestätigt: The Smooch = OG Kush × Josh D OG.43 Erscheinungsjahr 2024/2025, Teil eines „four years in the making“-Projekts (Start ca. 2021). Cup-Erfolge: keine dokumentiert.
Verwechslungsgefahr: Es existieren unabhängige, nicht verwandte Produkte mit ähnlichem Namen, nämlich die Dispensary-Marke „Smooch Cannabis“ (Edibles) und eine eigenständige Sorte „Cooter Smooch“ von Kindway Farms. Beide sind nicht identisch mit Josh Ds Zuchtstamm.
OG Kiss
Auch hier: Ausgangs-Hypothese nicht bestätigt
Eine Herkunft aus „OG Kush × Girl Scout Cookies“ oder eine Zuordnung zu Symbiotic Genetics/Compound Genetics konnte in keiner geprüften Quelle bestätigt werden.
Dokumentiert: OG Kiss ist Teil von Josh Ds aktuellem (2024/2025) Zuchtprogramm. Laut offizieller Josh-D-Website: OG Kiss = „The Original OG Kush OGKS“ × Smooch (OG Kush × Josh D OG).43 Die Formel wird konsistent bestätigt durch Dispensary-Produktseiten (Klutch Cannabis: „OG Kush × The Smooch“), Leaf Magazines, GrowDiaries und einen Reddit-Grow-Bericht.484449 Züchter: Josh D (Josh Del Rosso)/Josh D Kustom Shop. Erscheinungsjahr 2025, laut Fachartikel „four years in the making“ (Projektstart ca. 2021), mit rund 1.000 verkauften Samenpackungen eine der größeren Veröffentlichungen des Programms.
Marketing, nicht Genetik
Die Behauptung, OG Kiss „recreate[s] the original OG Kush“ bzw. sei ein „testament to the lineage that built modern cannabis“, stammt direkt aus Josh-D-/Klutch-Marketingtexten. Das ist eine subjektive Werbeaussage, keine unabhängig verifizierte genetische Tatsache. Ob der als Elternteil verwendete „OGKS“-Cut wirklich der authentische Original-1996er-Klon ist, beruht ausschließlich auf Josh Ds Eigenaussage.
Cup-Siege speziell für OG Kiss: keine dokumentiert. Josh D als Farmer/Marke hat allgemein mehrere Emerald-Cup-Platzierungen (u.a. 2019, mit anderen Sorten).
Zusammengefasst: Josh Del Rosso hat seit ca. 2021 ein eigenes, in sich konsistentes Zucht-Ökosystem aufgebaut. „The Smooch“ ist der zentrale männliche Zuchtstamm, mit dem er systematisch neue Kreuzungen erzeugt (OG Kiss, „Bonded by Bud“, „Turtle's Key Club“, „Head Rush“, „Kali Sour Kiss“ u.a.). Das ist ein modernes, gut dokumentiertes Zuchtprogramm eines der historischen OG-Kush-Hauptakteure, klar zu unterscheiden vom älteren, weniger dokumentierten Karma-Genetics-„Josh D OG“-Produkt.
Die moderne Hybriden-Generation
Kush Mints
Moderne, hochpotente Hybride aus Südkalifornien, Ende der 2010er entstanden, ursprünglich als Cutting-only verbreitet. Züchter ist Seed Junky Genetics, konkret der Züchter „JBeezy“ (Anthony Hart).53 Ein exaktes Jahr ist nicht dokumentiert, „Strain of the Year 2021“ laut Respect My Region.54
Korrektur der Ausgangs-Hypothese: Bubba Kush × Animal Mints
Die Annahme „Bling Mints × Animal Mints“ konnte in keiner der zahlreich geprüften Quellen bestätigt werden. Durchgängig und breit dokumentiert (Leafly, SeedFinder.eu, PhenoDB.eu, AllBud, mehrere Fachmedien) ist stattdessen: Bubba Kush × Animal Mints. Wörtlich bestätigt durch die offizielle Seed-Junky-Genetics-Beschreibung auf SeedFinder.eu: „Breeders over at Seed Junky Genetics harnessed Bubba Kush and Animal Mints to create a balanced indica/sativa cultivar.“5152
Welche Phänotypen genau?
Die genaue Herkunft der verwendeten Animal-Mints- bzw. Bubba-Kush-Phänotypen wird nicht mit Primärdokumenten belegt. Eine unabhängige Reproduktion („Kush Mints by Apeorigin“) verwendet dieselbe Elternkombination unter anderem Vermehrer.
„Strain of the Year 2021“ ist ein redaktioneller Community-Award, kein Jury-Cup. Eine Behauptung „1st Place Highest THC at Spannabis 2023“ bezieht sich vermutlich auf ein Drittanbieter-Samenprodukt (Blimburn Seeds) und wird mit niedriger Verlässlichkeit eingestuft. Kein Eintrag im offiziellen High-Times-Strain-Archiv gefunden.
Blucci OG
Eine sehr junge, gezielte Neuzüchtung von Grounded Genetics (Barcelona, vormals London). Kein historischer Kalifornien-Kush-Klon, sondern eine moderne Kreuzung, die eine ältere OG-Linie mit der breeder-eigenen „Blucci“-Hausgenetik verbindet. Laut Sekundärquelle hat der Breeder („Uptown Supply Co SL“, Barcelona) „mehr als 15 Jahre Erfahrung“ und eine „ICMag Cup“-Auszeichnung (Sorte: Zerberry).58
Öffentliche Ankündigung am 14. Dezember 2025 via LinkedIn, Verkaufsstart Anfang Januar 2026, als „super limited“ beschrieben.56 Zum Recherchezeitpunkt (September 2026) ist es eine erst wenige Monate alte Sorte, kaum in der Grower-Community erprobt.
Dokumentierte Elternlinien: Die offizielle Formel (LinkedIn und Produktseite übereinstimmend) lautet (SFV OG × Triangle Kush BX2) × Blucci.5556 „Blucci“ selbst wird auf Leafly als ((Blue Sherbert × [Gelato 41 × Sherbert BX1]) × RS11) angegeben.57
Blucci OG zeigt exemplarisch, wie klassisches OG-/Kush-Erbe (SFV OG, Triangle Kush) mit moderner Cookies-/Gelato-Genetik („Blucci“) verschmolzen wird, ein in der aktuellen Zuchtszene weit verbreitetes Muster. Für Blucci OG selbst wurden keine kursierenden Legenden gefunden, die Sorte ist vermutlich zu neu für Community-Mythen. Cup-Erfolge für Blucci OG: keine dokumentiert. Der Breeder wird allgemein mit einem „ICMag Cup“-Sieg (andere Sorte) in Verbindung gebracht.
Der Stammbaum als Ganzes: sechs Ebenen
Aus den 16 Cultivaren ergibt sich ein mehrschichtiges Bild. Die Ebenen sind nach Belastbarkeit gestaffelt:
- Ebene 0: LandrassenAfghanistan-/Pakistan-Landrassen (Afghani, Hindu Kush) bilden das reine Indica-Fundament praktisch der gesamten Familie. Dokumentierter Ausgangspunkt, selbst aber undatierbar. Im Westen ab den 1960ern/70ern, kommerziell stabilisiert ab den 1980ern durch Sensi Seeds/The Seed Bank.
- Ebene 1: 1980erAus Afghani-Genetik (plus vermuteter Sativa-Beimischung) entsteht im US-amerikanischen Pacific Northwest Northern Lights, in Amsterdam durch Nevil Schoenmakers zur bis heute meistausgezeichneten Cup-Sorte weiterentwickelt. Dokumentiert.
- Ebene 2: frühe bis mittlere 1990erDie Florida-Wurzel des OG-Komplexes, überwiegend legendär. Je nach Version aus einer unbenannten Bagseed-Kush-Pflanze (Berger/Del-Rosso) oder einer versehentlichen Hindu-Kush-×-Emerald-Triangle-Bestäubung (Origins-TK-Version) entsteht die Ur-Genetik, die als OG Kush, Bubba Kush und Triangle Kush nach Kalifornien wandert. Die drei Sorten teilen eine gemeinsame, aber nicht eindeutig rekonstruierbare Florida-Herkunft. Die Versionen widersprechen sich in Details, stimmen aber in Ort und Zeitraum überein. Unabhängig davon entsteht im südkalifornischen Untergrund der Klon Hell's Angel OG (vermutlich OG Kush × Blackberry), dessen Ursprung bis heute „unbekannt/legendär“ gilt.
- Ebene 3: 2000erKalifornische OG-Selektion und -Kreuzung, dokumentiert. Aus OG-Kush-Phänotypen und Afghani-Landrassen entstehen die IBL-Kreuzungen LA Confidential (OG LA Affie × Afghani, DNA Genetics) und SFV OG / SFV OG Kush (San Fernando Valley OG × Afghani, The Cali Connection/Swerve).
- Ebene 4: frühe bis mittlere 2010erNiederländisches Backcross-Programm auf Basis der OG-Kult-Klone, dokumentiert. Karma Genetics kombiniert Hell's Angel OG systematisch mit SFV OG Kush zu Biker Kush. In einer eigenen, vom Original-Cut Josh Ds zu unterscheidenden Version entsteht aus Triangle Kush × SFV OG × Hell's Angel OG eine Sorte, die ebenfalls „Josh D OG“ heißt (Namensverwechslung mit dem historischen Original-Klon).
- Ebene 5: 2020erJosh Del Rossos eigenes Wiederbelebungsprogramm, dokumentiert. Ab ca. 2021 wird sein Original-Cut (OGKS) mit einem selektierten Josh-D-OG-Männchen zu „The Smooch“ gekreuzt, der wiederum als zentraler Zuchtstamm für OG Kiss (OG Kush × The Smooch) und ein Dutzend weiterer Kreuzungen dient. Parallel und unabhängig, vermutlich ohne direkte Kooperation, entsteht beim Berliner Projekt „OGs Are Not Dead“ die reine Inzuchtlinie Josh D F2 (Josh D OG × Josh D OG) zur Bewahrung der Genetik.
- Ebene 6: späte 2010er/2020erVerschmelzung mit der modernen Cookies-/Mints-Genetiklinie, dokumentiert. Unabhängig vom Josh-D-Zweig entwickelt Seed Junky Genetics aus Bubba Kush × Animal Mints die Sorte Kush Mints, die inzwischen selbst ein Genetik-Baustein moderner Hybriden ist. Grounded Genetics verbindet klassisches OG-/Triangle-Kush-Erbe (SFV OG × Triangle Kush BX2) mit der Cookies-/Gelato-Linie „Blucci“ zur Sorte Blucci OG (2025/2026).
Das Gesamtbild: Die Kush-Familie zeigt das typische Muster der nordamerikanischen Cannabis-Zuchtgeschichte. Von unbestreitbar realen, aber undatierten asiatischen Landrassen über eine „graue Zone“ mündlich überlieferter, teils widersprüchlicher Klon-Weitergabe-Legenden während der Prohibitionsjahrzehnte (Northern Lights, OG Kush, Bubba Kush, Triangle Kush, Hell's Angel OG), hin zu zunehmend transparent dokumentierten, seedbank-basierten IBL- und Backcross-Programmen (LA Confidential, SFV OG, Biker Kush) und schließlich zu vollständig nachvollziehbaren, von den Breedern selbst öffentlich kommunizierten modernen Zuchtprojekten (Josh Ds Smooch/OG-Kiss-Programm, Kush Mints, Blucci OG).
Für praktisch jede Sorte der „mittleren Generation“ (1990er bis 2000er) existieren mindestens zwei sich widersprechende, nicht genetisch verifizierte Ursprungsgeschichten. Das ist keine Recherchelücke, sondern ein strukturelles Merkmal der Zuchtkultur dieser Ära. Eine einzelne Version als alleinige Wahrheit zu präsentieren, wäre falsch: sie bleibt als „dokumentiert“ oder „legendär“ gekennzeichnet.
Vier Stolperstellen
- Namensverwechslung „Josh D OG“. Mindestens zwei unterschiedliche Produkte tragen diesen Namen (Karma Genetics: Triangle Kush × SFV OG × HA-OG. Josh D Seeds: SFV OG × Triangle Kush × HA-OG × The White). Beide sind zudem klar vom unbenannten Original-1996er-Klon zu unterscheiden.
- Drei gängige Annahmen ließen sich nicht bestätigen. „Kush Mints = Bling Mints × Animal Mints“, „OG Kiss = OG Kush × Girl Scout Cookies/Symbiotic Genetics“ und „Smooch = Mendo Breath × Kush Mints (Seed Junky Genetics)“ konnten nicht bestätigt werden. Die dokumentierten Versionen sind: Bubba Kush × Animal Mints; OG Kush × The Smooch, Josh D; OG Kush × Josh D OG, Josh D.
- Josh D F2. Herkunft bei einem sehr neuen Berliner Kleinbreeder (OGs Are Not Dead, 2026), ohne bestätigte Verbindung zu Josh D selbst.
- Blucci OG. Extrem junge Sorte (Dezember 2025/Januar 2026), noch kaum durch Grower-Erfahrung oder Cup-Ergebnisse abgesichert.
Quellen
Die Nummern entsprechen den hochgestellten Markierungen im Text.
Hell's OG (öffnet in neuem Tab)
Quelle zum Markenrechtsstreit 2014
Methode und Grenzen
Grundlage ist eine Recherche mit Stand 11.09.2026 über rund 180 Einzelquellen, von denen hier die wichtigsten je Cultivar aufgeführt sind. Einige Forenbeiträge ließen sich wegen HTTP-403/429-Sperren nicht direkt einsehen und wurden nur als Snippet-Hinweis verwendet. Fast alles unterhalb der Landrassen-Ebene beruht auf mündlicher Überlieferung und Klon-Weitergabe, nicht auf Zuchtprotokollen oder genetischen Tests. Wo eine Annahme nicht bestätigt werden konnte, steht das ausdrücklich im Text.
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